Kleinstaaterei - ein Zukunftskonzept?

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15.04.2023

Als ich vor ein paar Wochen las, dass Wyoming den Verkauf von elektrischen Fahrzeugen verbieten wollte, fühlte ich - der ich in den Grenzen des letzten aufgelösten deutschen Fürstentums wohne - die Kleinstaaterei zurückkehren.

Lassen wir einmal die Diskussion darüber draußen vor, ob der elektrische Individualverkehr tatsächlich das Klima retten und uns und unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft sichern kann. Ich bin da eher pessimistisch, denn ich kann mir aktuell nicht vortstellen, dass es bei der Ausbeutung der Bodenschätze, die für Akkus und Elektronik gebraucht werden in der sogenannten dritten Welt fair zugehen wird. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass diese Rohstoffe reichen werden, jedem - wirklich jedem - Menschen ein adäquates Angebot für individuelle Mobilität machen zu können. Und ich befürchte, dass wir durch den zu erwartenden Zuwachs an Elektronikschrottaufkommen völlig überfordert sein werden - so ähnlich wie bei Abfällen von Kernkraftwerken oder der Entsorgung alter Schiffe.

Aber was mir bei diesen Berichten über das neue Gesetz in Wyoming als erstes durch den Kopf schoss war: Wie wollen sie das kontrollieren - bisher herrscht ja Reisefreiheit zwischen den einzelnen Bundesstaaten der USA. Wenn ich mir also keins in Wyoming kaufen darf, kaufe ich mir einfach eins in einem der Nachbarstaaten. Gut - jetzt könnte jemand einwenden, dass Wyoming eine Novelle der Gesetze zur Hausinstallation nbachschicken könnte, wonach es verboten wäre, ein Elektroauto am öffentlichen Netz und im eigenen Haus zu laden. Das wäre effektiv, könnte aber in den USA - dem Land der unbeschränkten Freiheit - als Einschränkung eben derselben aufgefasst und dadurch schwer durchzusetzen sein.

Daher mein Ratschlag: Kleinstaaten und Fürstentümer wieder einführen und die Grenzen dicht machen - Für jeden Einreisenden ist ein Abgas- und Geräuschtest verpflichtend! Das würde auch gleich helfen, die maroden Staatsfinanzen aufzubessern: wenn schon ein Schlagbaum steht, kann man da auch gleich Zoll einfordern. Überhaupt ist meiner Ansicht nach ja Korruption die logische Fortführung des Zolls früherer Zeiten: Das war praktisch so, dass der Fürst die Hand dafür aufgehalten hat, dass Handlungsreisende durch das Gebiet reisen und Geschäfte machen durften. Und was ist "Hand-aufhalten" schon anderes als Korruption bzw. Bestechung?

Wyoming ist also das leuchtende Beispiel, dem alle anderen nacheifern sollten. Und wenn sies richtig anstellen und sich mit all denen zusammenschließen, die in den USA die Abtreibung unter Strafe verbieten, könnten sie vielleicht auch nochmal an das Erfolgsprodukt Sezession anschließen...

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Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...

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