AtomicInteger vs. Integer

vorhergehende Artikel in: Java
24.03.2019

Ich habe am Wochenende wieder einmal mit Java-Benchmarks experimentiert

Am Ende der letzten Woche wurde ich auf einen Benchmark aufmerksam, der früher bereits durchgeführt und jetzt aktualisiert wurde. Letztlich geht es dabei darum, in einer Datei die Häufigkeiten des auftretens von Worten zu bestimmen.

Als ich die Java-Implementierung sah, tat mir das innerlich weh, weil ich auch schon oft die Aufgabe hatte, Häufigkeiten unter einem bestimmten Schlüssel zu zählen. Das tat ich bisher so, wie es auch der Java-Code dieses Benchmarks tat:

Den Integer aus der Map holen, seinen Wert bestimmen, diesen um eins erhöhen und daraus einen neuen Integer machen, der dann wieder in der Map gespeichert wird. Das alles nur deshalb so umständlich, weil Integer immutable ist (in Java).

Nun war mein Ehrgeiz geweckt und ich lernte wieder einmal neue Klassen in Java kennen - die es aber bereits seit Java 1.5 gibt. Um genau zu sein: es handelt sich um AtomicInteger.

Damit konnte ich allerdings den Benchmark nicht sofort durchführen, weil eine wichtige Teilaufgabe war, die Wörter mit ihren Häufigkeiten sortiert nach den Häufigkeiten auszugeben. Integer implementiert Comparable, AtomicInteger jedoch leider nicht.

Also behalf ich mir temporär damit, dass ich für das Sortieren einen Comparator baute und damit konnte ich den Benchmark zunächst erst einmal starten.

Ich realisierte das Ganze dann so, dass beide Varianten der Implementierung zehnmal zur Zeitmessung antreten mussten. Den ersten Durchlauf muss man verwerfen, da sich zu diesem Zeitpunkt der Just-In-Time-Compiler (JIT) noch nicht eingeschwungen hatte.

Als ich an diesem Punkt angekommen war, wurde ich neugiering: Konnte es mir gelingen, weitere Performance herauszukitzeln, indem ich eine AtomicInteger-Klasse baute, die Comparable implementierte? Ich versuchte das ebenfalls noch und das Ergebnis kann man sich auf der unten angefügten GnuPlot-Graphik ansehen: Die Variante mit AtomicInteger ist überdeutlich schneller als die mit Integer und meine von AtomicInteger abgeleitete Klasse, die direkt Comparable implementiert macht den Benchmark nochmals ein wenig schneller.

Screenshot Oben gezeigt sind die Durchlaufzeiten jedes der 10 Testdurchläufe in den drei Varianten. Unten ist die Skala der Darstellung so gewählt, dass nur der interessante Bereich dargestellt wird, was die Unterschiede noch deutlicher hervortreten lässt.

Artikel, die hierher verlinken

Daten inline in Gnuplot-Scripts

26.06.2019

Ich nutze gerne und oft Gnuplot zur Erstellung von Graphiken. Neulich hatte ich eine Idee, die nach etwas Recherche im Internet nicht mehr ganz so neu erschien...

Alle Artikel rss Wochenübersicht Monatsübersicht Github Repositories Gitlab Repositories Mastodon Über mich home xmpp


Vor 5 Jahren hier im Blog

  • Mandelbrot-Sets mittels Shadern berechnen

    17.05.2019

    Nachdem ich in den letzten verregneten Tagen auf Youtube in den Videos von Numberphile versunken bin, hat mich eines davon angestachelt, mich selbst mit dem Mandelbrotset zu beschäftigen. Als ich dann noch Code fand, der behauptete, das auf einer Graphikkarte mittels Shadern berechnen zu können, war es um mich geschehen...

    Weiterlesen...

Neueste Artikel

  • Erste Vor-Version eines Gis-Plugin für die sQLshell

    Wie bereits in einem früheren Artikel erwähnt plane ich, demnächst ein Plugin für die sQLshell anzubieten, das eine Visualisierung von Daten mit räumlichem Bezug im Stil eines Geoinformationssystems erlaubt.

    Weiterlesen...
  • bad-certificates Version 2.1.0

    Das bereits vorgestellte Projekt zur automatisierten Erzeugung von Zertifikaten mit allen möglichen Fehlern hat eine Erweiterung erfahren und verfügt über ein Partnerprojekt - beide sind nunmehr in der Version 2.1.0 freigegeben

    Weiterlesen...
  • SQLite als Geodatenbank

    Wie bereits in einem früheren Artikel beschrieben treibe ich derzeit Anstrengungen voran, die sQLshell attraktiver für Nutzer zu machen, die mit Geodatenbanken arbeiten.

    Weiterlesen...

Manche nennen es Blog, manche Web-Seite - ich schreibe hier hin und wieder über meine Erlebnisse, Rückschläge und Erleuchtungen bei meinen Hobbies.

Wer daran teilhaben und eventuell sogar davon profitieren möchte, muß damit leben, daß ich hin und wieder kleine Ausflüge in Bereiche mache, die nichts mit IT, Administration oder Softwareentwicklung zu tun haben.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und hin und wieder einen kleinen AHA!-Effekt...

PS: Meine öffentlichen GitHub-Repositories findet man hier - meine öffentlichen GitLab-Repositories finden sich dagegen hier.