Marketing-getriebene Krypto funktioniert nicht

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13.04.2020

Ich übe hier hin und wieder Kritik an Blockchain-Themen. Man könnte meinen, dass ich ein Feind dieser Technologie bin

Der folgende Text gibt ausschließlich meine Meinung wider - daher auch heute wieder: Triggerwarnung! Nun aber genug davon. Die Tatsache, dass Iota seit einiger Zeit komplett heruntergefahren ist zeigt meiner Ansicht nach nicht nur, dass ich mit meiner Einschätzung komplett richtig lag, sondern brachte mich auch zum Nachdenken über das ganze Feld von Crypto- und Security-Anbietern.

Mein Fazit - wie der Titel schon sagt - war und ist, dass Marketing-getriebene Crypto nie funktionieren wird. Bevor mir jetzt Fachleute aus dem Marketing nachts auflauern sollte ich vielleicht erklären, was ich mit dieser Zuspitzung meine:

Ich erlebe es immer wieder, dass an mir Ideen vorbeigetragen werden, die mit Sicherheit nichts zu tun haben aber nur unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit vermarktet werden. Oft frage ich mich dabei, ob jemand vor der Veröffentlichung solcher Ideen auch nur eine Person gefragt hat, die über einen technischen Hintergrund verfügt. Sollte das geschehen sein, ist die Veröffentlichung durch - meiner Ansicht nach - nichts anderes als Böswilligkeit zu erklären; falls nicht dann durch Unwissenheit gepaart mit Dummheit.

Das letzte leuchtende Beispiel dafür war folgender Artikel Darin wird beschrieben, dass Daten nicht in der Blockchain gespeichert werden dürfen, da sonst das Recht auf Löschen nicht umgesetzt werden kann. So weit - so richtig. Auch die Nutzung von Verweisen, die auf der Blockchain gespeichert werden und die in einen persistenten Speicher zeigen, der die eigentlichen Daten trägt ist nichts neues. Auch hier ist es aber den Verfassern wieder nicht aufgefallen, dass sie völlig nutzlos die Blockchain einführen um mit zwei Systemen die Arbeit zu tun, die der persistente Speicher auch allein bewältigen könnte - seis drum. Dann wird jedoch begonnen zu faseln: von Hashing, Zufallszahlenwerten und Envelopes - in der Hoffnung, dass niemand merkt, dass es um schlichtes Salzen der Hashes geht - eine Technik, die vor ewiger Zeit erfunden wurde und nun wirklich nichts mit Blockchain zu tun hat. Ein Entscheider mit technischem Hintergrund würde das erkennen und müsste die Marketing-Fachkraft dann fragen, warum er etwas als neu verkauft, das man einfach in den persistenten Speicher integrieren könnte - wozu dann noch die Blockchain? Auf den Rest dieser "Idee" gehe ich mal lieber nicht detailliert ein - es reicht abschließend zu sagen, dass mir die Begrifflichkeit private Miniatur-Blockkette körperliche Schmerzen verursacht hat und ich mir sicher bin, dass die Leute, die diesen Müll verzapft haben, das Thema nicht verstehen wollten.

Auch Iota ist meiner Ansicht nach rein vom Marketing getrieben: Große Unternehmen wollten ihren C* die Gelegenheit geben, auf Parties sagen zu können: "Wir machen auch was mit Blockchain". Das ist aber der falsche und ein für die Kunden gefährlicher Ansatz: Kunden, die Daten absichern wollen tun das, weil diese besonders wichtig sind.

Daher sollte man nicht irgendwelche hergelaufenen Marketing-Cowboys ranlassen - speziell nicht in solchen Fällen. Sichere Crypto-Lösungen werden in einer großen Community diskutiert, von Fachleuten analysiert und durchleuchtet und durch Experten implementiert. Solche Systeme sind hochkomplex und können nicht von einer Startup-Klitsche, die 90% ihres Budgets in Marketing investiert in zwei Wochen realisiert werden.

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